Herz Mariá-Bruderschaft
Herz Mariá-Bruderschaft

Ursprung, Geschichte, Status

Die Idee eine solche Bruderschaft zu gründen geht zurück auf Abbé Desgenettes.
Er leistete viele Jahre ohne sichtliches Resultat Seelsorgearbeit in seiner Kirchengemeinde Notre-Dame des Victoires in Paris. Er bestürmte Unsere Liebe Frau von den Siegen, sie möchte ihm Mittel und Wege zeigen, einen religiösen Wandel herbeizuführen. Da erhielt er während der Messfeier eine übernatürliche Eingebung: „Weihe deine Pfarrei dem heiligen und unbefleckten Herzen Mariens, Zuflucht der Sünder!“
Daraufhin gründete er 1836 eine Gebetsvereinigung von Gläubigen, die sich die Andacht zum unbefleckten Herzen Mariä und das Gebet für die Bekehrung der Sünder zum Ziel setzte. Von diesem Tag an gab es einen religiösen Wandel, der sich in auffallenden Bekehrungen und Gebetserhörungen zeigte. Die neu entstandene Bruderschaft des heiligen und unbefleckten Herzens Mariä zur Bekehrung der Sünder wurde 1838 von Papst Gregor XVI. in den Rang einer Erzbruderschaft erhoben und für die Gesamtkirche empfohlen. Ihre Wiege und Zentrale ist das berühmte Heiligtum in Paris, die Basilika Unserer Lieben Frau von den Siegen, Basilique Notre-Dame des Victoires, an der einst Msgr. Desgenettes segensreich wirkte.
In unserer Erzdiözese errichtete 1843 der erste Münchner Erzbischof Gebsattel im Liebfrauendom zu München eine Filiale der Herz-Mariä-Bruderschaft, die 1955 von Kardinal Wendel neu belebt wurde. Insgesamt ist die Herz-Mariä-Bruderschaft in 53 Kirchen unseres Erzbistums oberhirtlich errichtet und der Erzbruderschaft in Paris angegliedert.
Die Herz-Mariä-Bruderschaft ist kein Privatverein, sondern im Sinn des kanonischen Rechts, can. 298, ein von der zuständigen Autorität errichteter, gesamtkirchlicher, öffentlicher Verein von Gläubigen mit dem Ziel, die Verehrung und die Andacht zum Unbefleckten Herzen Mariä zu fördern.

Der Name und Seine Bedeutung

Die Herz-Mariä-Bruderschaft geht aufs Ganze der christlichen Religion unter dem Aspekt des Herzens, am Vorbild Mariens. In der biblischen Sprache ist „Herz“ die Innerlichkeit des Menschen, die Personmitte, an die sich Gott selbst wendet und aus der heraus der Mensch sein Credo, die Antwort des Glaubens, gibt. Dem heutigen Menschen sei der „Verlust des Herzens“ angezeigt. Er hat aus vielen Gründen die Umkehr des Herzens vonnöten, das biblische „EX TOTO CORDE“. Das Herz Mariä ist dafür Schule und Theologie des Herzens.
Am Herzen Mariä lernen wir, nicht nur eine Theorie, sondern ein Herz zu haben für Gott, für Christus, seine Kirche und die erlösungsbedürftigen Menschen, ein Herz, das hört und erwägt, glaubt und gehorcht, betet, opfert und liebt. Das Herz Mariä ist nicht ein Herz neben, sondern in und für Christus. Es ist erfüllt mit den nämlichen Gefühlen des Erbarmens und der Zärtlichkeit für uns, mit denen das Herz Jesu Christi immer durchdrungen ist.
Das Herz Mariä ist im Geheimnis Christi und seiner Kirche stets gegenwärtig als das mütterliche Herz, das bei der Geburt und Entfaltung des göttlichen Lebens in der Seele eines jeden Erlösten mitwirkt.

Über die Rolle dieses Herzens führt Papst Johannes Paul II. in Redemptor hominis, Nr. 22, aus: „Dieses jungfräuliche und zugleich mütterliche Herz folgt unter dem besonderen Wirken des Heiligen Geistes immer dem Werk des Sohnes und nähert sich allen, die Christus in seine Arme geschlossen hat und noch ständig in seiner unerschöpflichen Liebe umarmt. Deswegen muss dieses Herz auch als Herz einer Mutter unerschöpflich sein.“

Nicht ohne Grund erweist sich daher im Geheimnis der Erlösung die Herz-Mariä-Bruderschaft immer wirksam in der eigenen Bekehrung sowie in der Bekehrung der Menschen, für die man das Herz Mariä als Zuflucht der Sünder anruft. Das ist das Geheimnis der Herz-Marien-Verehrung, dass am Ende das Unbefleckte Herz siegt. Überall, wo die Menschen an die Stelle ihrer sündigen Herzen das Unbefleckte Herz Mariä setzen, hat das Böse keine Macht.
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Herz-Mariä-Bruderschaft, München